DJ Unkut

Von DJ Rafik als „Mass Murderer“ betitelt, von der deutschen DJ Community zwölfmal und international dreimal zum Champion gekürt: keine Frage, die Rede ist von DJ Unkut. Mit seinem wiedererkennbaren Stil und seinen Champion Skills bereichert er die Szene mit Sounds von Electro und Bassmusik über Hip Hop bis Dubstep und Breakbeat. Dieser kraftvolle Mix macht Unkut zu einem Ausnahmetalent bei Gigs und Battles.

Kommst du frisch aus dem Urlaub oder aus dem Studio?

Aus dem Urlaub, mit einem frischen Teint!

Die Digitalisierung schreitet immer mehr voran – gerade in der DJ Szene. Über welche Skills muss man heute verfügen, um DJ werden zu können?

Das hängt davon ab, welche Leute man erreichen will, aber ich denke, dass man selbst im digitalen Zeitalter ein gewisses Maß an analogen Fähigkeiten und einen eigenen Stil haben sollte. Wenn man dann noch die Vorteile eines DVS Systems verkörpert, umso besser.

Wie unterscheidet sich das deutsche Publikum vom internationalen?

Um ehrlich zu sein, hatte ich meine besten Gigs immer im Ausland. Ich habe fünf Mal in Frankreich aufgelegt und ich kann definitiv sagen, dass die Menschen dort ein viel größeres Bewusstsein für DJ Skills haben. Das geht so weit, dass sie einen mit Tomaten und Flaschen beschmeißen, wenn du kein Beat-Juggling und keine Scratch Parts einfließen lässt. In Deutschland ist es manchmal so, dass alles spiele bis auf das, was die Leute wirklich wollen. Anschließend beschweren sie sich, gehen aber dann am Ende des Abends nach Hause und sagen sich: „Wow, ich habe noch nie zuvor so etwas gehört!” Ich wünschte Deutschland würde endlich mal wegkommen von diesem Drang nach Mittelmäßigkeit und würde aufhören das Werk eines DJs darauf zu basieren, ob er oft genug die Lieblings-Radiohits der Leute spielt, oder er die 90-er R&B/Hip-Hop Nostalgie in seine Musik zum 4 millionsten Mal mitaufnimmt. In Berlin und Hamburg habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Leute dort im Vergleich zum Rest von Deutschland ein wenig anders drauf sind.

Vor 15 Jahren hatte ich einen verrückten Traum...

Du bist dreimal DJ Weltmeister geworden. In welcher anderen Disziplin würdest du nicht einmal einen Blumentopf gewinnen?

Man könnte eigentlich denken, ich könnte gut mit meinen Händen arbeiten. Tatsächlich kann ich leider gerade so ein IKEA Regal zusammenbauen. Mein Zeichen-Talent ist auch ziemlich mangelhaft. Wenn ich ein Pferd zeichnen soll (was nicht sehr oft vorkommt), sieht es normalerweise aus wie eine Mischung aus Dinosaurier und Hund.

Was steckt hinter deinem Künstlernamen?

Vor 15 Jahren hatte ich einen verrückten Traum und am nächsten Morgen blieb mir das erfundene Wort „Unkut“ im Kopf hängen. Dann dachte ich mir, dass das ein ziemlich cooler DJ Name wäre und so wurde „Unkut“ für die nächsten zehn Jahre zu meinem Künstlernamen – Ich meine, ohne den musikalischen Hintergrund, der mit meinen Skills aufkam, hätte ich wahrscheinlich gedacht, dass der Name ziemlich dumm wäre.

Wo willst du hin? Was ist das Non-Plus-Ultra für einen DJ, der schon so viel erreicht hat?

In Bezug auf das DJ-Dasein gibt es momentan nicht allzu viel, das mich anmachen würde. Seit einer Weile verbringe ich 80 % meiner Zeit mit dem Produzieren von Musik und 20 % mit dem DJing. Ich hoffe, dass es mir in naher Zukunft vergönnt ist, eine EP rauszubringen. Ein Feature mit Banks wäre mein absoluter Traum!

Interview: Fred Romey

EP von DJ Unkut
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