Interview mit Kicki Yang Zhang

Kicki Yang Zhang beweist, dass ein veganer Lebensstil und freshes Styling hervorragend zusammengehen. Sie ist Model, Bloggerin und studiert Wirtschaft. pinqponq hat die vegane YouTuberin aus Dortmund getroffen und sie näher kennenlernen dürfen. Warum sie sich vegan ernährt, wie sie zum Bloggen gekommen ist und wovon sie sich inspirieren lässt, erfahrt ihr in diesem Interview.

Schließen sich coole Mode und faire Herstellung gegenseitig aus?

Natürlich nicht, aber leider sind die meisten Firmen nur auf Profit aus. Sie verleiten die Menschen dazu mehr zu kaufen, weil es so billig ist. Man steht im Primark und denkt sich „Ach 5 Euro für ein Shirt ist ja nichts, das kann noch mit.“. Quantität über Qualität. Am Ende steht man vor einem vollen Kleiderschrank und weiß nicht, was man anziehen soll. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich wäre bereit, etwas mehr zu zahlen für fairer produzierte Kleidung, und dafür weniger und vor allem überlegtere Käufe zu tätigen.

Wie weit reicht dein veganer Lebensstil?

Ich ernähre mich seit meinem sechzehnten Lebensjahr vegan. Ich verzichte auf Leder-, Wolle- und Daunenprodukte in Kleidung und kaufe nur tierversuchsfreie Kosmetik. Dank des Internets ist es heutzutage super einfach herauszufinden, ob etwas tierversuchsfrei ist. Mir sind auch schon Fehler passiert, aber da lernt man eben draus. Ich besitze auch z.B. noch alte Leder-Schuhe von früher. Die würde ich nicht wegschmeißen, da ich ökologisch und ökonomisch keinen Sinn dahinter sehe.

In der Schule habe ich angefangen, mich über Veganismus zu informieren. Auslöser dafür war damals einer dieser Abschreck-Filme mit Aufnahmen aus dem Schlachthaus. Danach habe ich mich bewusst gegen den Konsum von tierischen Produkten entschieden, vor allem um etwas für die Umwelt zu tun. Grundsätzlich habe ich keine Abscheu gegenüber des Fleischessens an sich, ich finde nur die Industrie, die dahintersteckt, scheiße.

Ich habe nie im Hinterkopf: Ich will anders, cooler und origineller sein als andere.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich habe damals auf Facebook irgendwelche Outfit-Bilder oder Bilder mit Freunden gepostet und bekam daraufhin viele Fragen wie „Wo hast du XY geholt?“ „Mit was hast du deine Haare gefärbt?“ etc. Damit ich nicht alles einzeln beantworten musste, habe ich mit einem Blog angefangen und die Leute darauf verwiesen, falls wieder eine Frage kam. Der Blog ist dann irgendwie ein Tagebuch für mich geworden. Nach dem Abi wollte ich etwas Anderes ausprobieren. Auf der Suche nach einer neuen Plattform bin ich dann „Youtuber“ geworden.

Dein Content auf YouTube und Instagram unterscheidet sich auf originelle Weise von anderen Influencern. Woher bekommst du deine Inspirationen für deine Videos und Outfits?

Ich habe nie im Hinterkopf „Ich will anders, cooler und origineller sein als andere“. Ich finde es eher schade, wenn alles auf Konkurrenz ausgelegt ist. Mir ist es ziemlich egal, ob das Video mehr oder weniger Klicks bekommt oder ob das eine Instagram-Bild mehr Likes hat als das andere. Natürlich freue ich mich, wenn es gut ankommt, aber ich mache einfach immer das, worauf ich Bock habe. Man merkt das vor allem auch an meinem Youtube-Channel. Ich habe mich nicht spezialisiert auf irgendwas, ich poste Vlogs, Make Up, Essen, Mode, Videos, in denen ich über Erfahrungen berichte und auch mal Videos über Zeichnungen und Kunst oder Anime-Serien, die ich gerne gucke.

Kicki liebt Anime-Serien

Inspirationen für meine Kleidung hole ich mir auf Instagram. Ich folge ein paar Leuten, die ich cool finde, und lasse mich gerne von ihnen inspirieren. Am Ende geht es mir bei Kleidung aber vor allem darum, dass sie bequem ist und ich mich darin wohl fühle. Ich hole Sachen immer nach Bauchgefühl und dabei ist es egal, ob es Markensachen sind oder 5-Euro-Flohmarkt-Klamotten.

Immer on the road

Welche Botschaft möchtest du an deine Follower vermitteln oder möchtest du sie einfach nur unterhalten?

Klar versuche ich mit meinen Videos auch irgendwo Werte zu vermitteln. Ich möchte dazu inspirieren, mal statt dem Steak veganes Essen zu probieren, produktiv und kreativ zu sein, ein gutes Bodyimage zu schaffen und Selbstbewusstsein zu haben, gesund zu leben, aber sich zwischendurch auch mal was vermeintlich „Ungesundes“ zu gönnen, und auf Sachen zu scheißen, die einen unnötig stressen.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Vor 4 Jahren war mein Zukunftsplan Chemie-Ingenieurin zu werden. Heute lade ich Videos und Bilder im Internet hoch. Ich gehe immer ein wenig mit dem Flow und trete neue Türen auf. Wer weiß, was mich in einigen Jahren erwartet. Mein Zukunftsplan ist es glücklich zu sein. Kitschiger geht‘s nicht aber das trifft es irgendwie trotzdem.

Interview: Rebecca Eßer

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